Von Wutanfällen & schlechten Tagen

Wir alle sind mal genervt und haben nicht immer die Ruhe oder Zeit, Stunden im Kindergarten zu verweilen, weil dem Kind zur Abholzeit 250.000 Sachen einfallen, die es noch machen muss. Nicht immer reagieren wir so verständnisvoll und freundlich, wie wir uns vornehmen. Das ist okay. Auch wir haben Gefühle, die eben manchmal hochkochen. Man darf auch mal seinen Emotionen freien Lauf lassen. Ausdrücken was einen gerade ankotzt. Trotzdem sollte man auf seine Wortwahl achten und gewisse Dinge einfach nicht sagen.

Heute habe Ich unsere 5 jährige Tochter alleine aus der Kita abholen können. Ich hatte diesmal Ruhe. Kein Zeitdruck und kein Geschwisterkind welches bei Laune gehalten werden muss. Ich war heute also mal eine absolut entspannte Mama und habe mich auf ein Bänkchen gesetzt um zu warten. Die Kinder waren noch beim Essen. Kita Bänke sind nicht zu empfehlen. Erwachsene Menschen haben ihre Knie quasi im Gesicht..

Plötzlich wurde die Stille durchbrochen. Die Tür zur anderen Gruppe öffnete sich und eine weniger gut gelaunte Mama kam mit Kind am Arm raus. Der Junge wollte offensichtlich nicht nachhause. Schreiend und kreischend machte er seiner Wut Luft. Die Mutter hielt lautstark dagegen.

Da ist man in einer misslichen Lage. Die lieben Kleinen lassen sich selten von Worten beeindrucken falls sie diese überhaupt hören..

Bis zur Garderobe hatte sich die Lage entspannt. Das Kind lief wieder selbst ohne am Arm gezerrt zu werden.

Zwischenzeitlich war meine Tochter dann auch soweit, dass wir ebenfalls in die Garderobe konnten. Dort brach gerade das nächste Gewitter los.

Der Junge hat nicht einsehen wollen, warum er sich dem Wetter entsprechend kleiden soll. Da war’s dann gänzlich vorbei mit der Geduld der Mutter. Lautstark gab sie ihm zu verstehen, dass er zu tun hat, was ihm befohlen wurde. Täte er das nicht, ginge sie eben Heute ohne ihn nachhause.

Das zeigte Wirkung. Er begann sich umzuziehen. Zwar im gemächlichen Tempo aber immerhin kooperierte er. Der Mutter ging es nicht schnell genug. Wieder begann eine unfreundliche Schimpftirade, gefolgt von den Worten: „Ich habe es dir gesagt, ich gehe nun ohne Dich!“ Dabei tat Sie so, als würde sie losmarschieren. Der Junge der sich eben noch angezogen hat, hielt inne und flehte Sie an, ihn mitzunehmen.

Mir tat diese Szene im Herzen weh.

Nochmal, auch Ich meckere oder bin mal gestresst. Handle anders als gewünscht und bin keine perfekte Vorzeige Mama. Aber niemals würde Ich meinem Kind androhen, es nicht mehr mit nachhause zu nehmen.

Ich denke sie hätte deeskalierend auf ihn einwirken können. Als er schon dabei war sich fertig zu machen, nicht noch mehr Druck aufbauen. Vielleicht Hilfe anbieten damit es schneller geht.

Verurteilen tue ich Sie deswegen nicht. Schlechte Tage hat jeder. Es hat mich aber dazu gebracht, zu reflektieren, wie ich im Umgang mit den Kindern bin. Sich immer wieder selbst zu ermahnen, sich nicht hinreißen zu lassen.

Die Tochter hat die Szene auch berührt und sie hat sich ihre eigenen Gedanken gemacht. „Mama, man kann doch sein Kind gar nicht für immer im Kindergarten lassen, oder? Muss man dann bei einem Erzieher schlafen oder allein in der Kita?“

Wir haben ausführlich darüber gesprochen. Ich habe ihr zum wiederholten Male erklärt, dass wir Erwachsenen eben auch manchmal aus der Haut fahren und unter Umständen Dinge sagen, die wir nicht so meinen. Auch die Großen müssen sich manchmal erklären oder entschuldigen. Solange man sich am Ende des Tages lieb hat, ist doch alles gut.

Die Kids dürfen ruhig wissen, dass niemand perfekt ist. Dass Eltern keine Übermenschen sind.

Ich saß auch schon heulend vor den Kindern, mich entschuldigend für den grauenhaften Tag mit zu viel schimpfen. Ich habe ihnen meine Situation dargelegt und sie waren so niedlich verständnisvoll. Ich habe Ihnen gesagt, dass es mir unglaublich Leid tut und ich sie immer lieb habe auch an solchen Tagen. Sie haben mich in den Arm genommen und plötzlich fühlte Ich mich nicht mehr wie die schlechteste Mutter aller Zeiten.

Ich bin etwas abgeschweift..

Eigentlich wollte Ich darauf hinaus, dass Ich denke auch daraus lernen sie. Jede Situation hat Ihre lehrreiche Seite, auch die negativen.

Und nun wünsche Ich euch einen schönen Abend. Hoffentlich ohne Wutanfall.. 😉

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