Blick in’s Leere..

Läuft man durch die kleinen Straßen, mit ihren verwinkelten Gassen, in denen prachtvolle Altbauten stehen, wird man wehmütig.

Früher war mehr Leben… Die Leute saßen bei schönem Wetter vor dem Café. Genossen ihre Getränke unterhielten sich oder betrachteten schweigend das Treiben. Heute ist da nur noch ein großer, leerer Platz mit 2 trostlosen Schaufenstern. Der Blick in’s innere offenbart gähnende Leere. Wieder ein Lokal, das den Rückzug angetreten hat.

Geht man weiter, kommt ein Lichtblick. Der Brunnenplatz ist Treffpunkt, egal bei welchem Wetter. Im Sommer planschen die Kinder darin. Die Erwachsenen gönnen sich dort einen Moment des Verweilens oder halten ein Schwätzchen. Zwei ältere Damen stehen da und unterhalten sich. Die Einkäufe neben sich gestellt, lachen und gestikulieren sie. Ein paar Kinder hocken auf der Rückenlehne der Sitzbank, so wie man das macht, wenn man cool ist. Sie glotzen auf ihre Smartphones und schweigen sich an.

Ich gehe weiter und gehe am nächsten leerstehenden Geschäft vorüber. Nähbedarf und Stoffe wurden hier einst verkauft. Die Besitzerin musste ihren Traum aufgeben. Bei den Preisen der Internethändler kann sie nicht mithalten, das ist nur logisch. Leider wurde ihr das zum Verhängnis.

Am Ziel angekommen, beim kleinen, alteingesessenen Fotografen, der seit vielen Jahrzehnten in Familienbesitz ist, spreche ich über das zuvor gesehene.

Auch er findet die Entwicklung schade. Er hat hautnah miterlebt, wie hoffnungsvoll neue Existenzen gegründet wurden und wie schnell diese wieder den Bach runter gingen. Er selber sucht einen Nachfolger. Der Blick auf die Umsätze ist deprimierend. Das will niemand wagen. Er selber hält den Laden nur noch, weil er ihm am Herzen liegt. So wird es wohl bald auf eine weitere Schließung hinauslaufen. Beim nächsten mal wenn Ich Passbilder brauche, stehe ich vielleicht vor verschlossener Tür. Dann muss ich wieder den grässlichen Fotoautomat benutzen, bei dem jedes Bild hässlich ist. Man ist gezwungen, sich zu beeilen weil draußen schon die nächsten 3 stehen und warten. Jedes Foto sieht aus, wie das eines gesuchten Verbrechers. Am Ende läuft man dann jahrelang mit dem Bild auf dem Ausweis rum. Das muss doch nicht sein..

Die Leute schlendern nicht mehr so zahlreich durch die Innenstadt und lassen ihr Geld dort. Kleine Unternehmen haben es schwer und können sich gegen die Riesen aus dem Internet nicht behaupten. Das ist aber nicht das einzige Problem. Die Konkurrenz ist allgemein hart.

Große Shoppingmalls säumen die Stadt. Sie bieten auf tausenden Quadratmetern alles, was der potenzielle Kunde möchte. Wozu in einen Ort fahren, wo man etliche Wege zurücklegen muss, um all seine Einkäufe beisammen zu haben? So denken scheinbar die meisten.

Mich stimmt das traurig. Orte werden immer trostloser, weil ein Laden nach dem nächsten schließen muss. Jeder von uns kann etwas dafür tun, dass es den kleinen Betrieben etwas besser geht. Kauft regional ein, wenn es euch möglich ist. Unterstützt lieber den kleinen Schreibwarenladen an der Ecke, statt im Internet zu kaufen. Spaziert einfach mal wieder durch die kleinen, vergessenen Läden in eurer Stadt. Da gibt es oft tolles zu entdecken. Und die Inhaber werden es euch danken. 😊

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