Du stillst immer noch?

Die kleinste im Bunde ist mittlerweile über 15 Monate alt und wird noch gestillt. Natürlich isst sie auch schon fleißig mit und bekommt beinahe alles, was wir auch essen.

Sind die Babys frisch geboren, gehört es zu den Standard Fragen, ob es gestillt wird. Bejaht man dies, erntet man Lob und Zuspruch. Kommt das Kind in das Beikostalter, fängt es dann an. In dem Stadium kamen die ersten zaghaft, kritischen Fragen.

„Wie lange willst du das noch machen? Sie hat doch schon Zähne.“

„Mit Flasche würde sie sicher durchschlafen.“

„6 Monate finde Ich normal aber dann..“

Zuallererst verstehe Ich grundsätzlich nicht, warum sich andere dazu berufen fühlen, zu bewerten ob und wie lange jemand stillt. Trotz des vierten Kindes, ist es das erste Mal für mich, dass es so reibungslos funktioniert. Ich bzw. wir, genießen unsere Stillbeziehung solange, wie wir uns beide damit wohlfühlen.

Bei allen drei Kindern zuvor, war es mir nicht möglich entspannt zu stillen. Permanente Schmerzen und immer das Gefühl, das Baby verhungert an der Brust. Ich habe mich durchgekämpft. Bei jedem Kind etwas länger aber nie mehr als 3 Monate. Ich war verbissen, dem Säugling „das Beste mitzugeben“. Ich fühlte mich bei jedem Kind auf’s neue wie eine Versagerin, wenn ich resigniert habe und der Flaschennahrung zugestimmt habe. Habe mit mir gehadert, weil mein Körper nicht imstande war mein Baby zu sättigen.

Wenn meine Emotionen wieder runter kamen, war Ich jedoch jedes Mal doch froh, auf die Flasche umgestellt zu haben. Damit habe Ich mir und dem Baby nämlich viel Stress erspart. Rückblickend hätte eine Stillberatung sicher gut getan, davon hatte ich aber damals noch nie gehört.

Dieses Mal klappte alles von der ersten Minute an. Ich bin glücklich darüber und genieße es einfach, ohne mir Gedanken zu machen, wie lange es so weitergeht. Dass ich doch noch erfahren durfte, wie es ist, sein Kind stillen zu können, versöhnt mich mit den Malen zuvor als es nicht ging. Das lasse Ich mir nicht schlecht reden, von niemandem.

Jeder sollte es so handhaben, wie es ihm beliebt ohne sich andauernd dafür rechtfertigen zu müssen oder in skurrile Situationen zu geraten.

Der Oberknaller war es, als eines Tages eine Verwandte zu Besuch kam. Sie schwenkte eine Packung Säuglingsnahrung durch die Luft und verkündete: „Nun musst Du nicht mehr stillen.“ Da war Alana gerade 9 Monate alt. Ein Großteil der Menschen denkt tatsächlich, ich würde noch stillen, weil Ich mich nicht davon trennen kann. Sie sehen nicht, dass Muttermilch auch nach dem 6. Monat noch viele Vorteile mit sich bringt und dem Kind weiterhin wichtige Nährstoffe bietet. Jene haben sich noch nie groß mit der Thematik auseinandergesetzt, haben aber trotzdem ihre festgefahrene Meinung. Manchmal ärgert es mich und manchmal ist es mir egal. Wichtig ist nur, sich nicht beirren zu lassen und seinen Weg zu gehen. Egal wie andere darüber denken.

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